Die Kirche war "vor uralten Zeiten" erbaut worden. Seit dem 14. Jhdt. war es ein Vikariat. Als die Ungarn um die Mitte des 11.Jhdt. aus dem Gebiet der Wiener Erzdiözese verdrängt worden waren, konnten fränkische Ansiedlungen an beiden Donauufern bis tief in das Binnenland hinein vordringen. Die Anfänge der meisten größeren Ortschaften reichen bis zu dieser Zeit hinauf. So etwa aus einer Urkunde aus dem Jahre 1144 Wolfsthal.

Der Erbauer oder Gründer ist leider nicht bekannt. "Die alte Kirche war in gleicher Form wie die Baron Walterskircherische Familiae Kirchenwappen vorstellet". Die Kirche war nicht konsekriert, hatte aber auf den Altären sog. Portatilien (Tragaltärchen) zur Darbringung des Meßopfers. Seit 1737 ist sie ein Marien-Gnadenort. Bis dahin seit dreißig Jahren ein Marienbild aus Holz an einem Birnbaum neben der sog. "Planken". Es stammt von Stephan Goßtony Edlen von Köveßar, Obereinnehmer des Dreißigstamtes, der es zu Dank aufstellen ließ, daß er aus einer Gefahr errettet worden war. Dieser ungarische Adelige kam im Wolfsthaler Bezirk in Gefahr. Er gelobte damals an dieser Stelle ein Marienbild aufstellen zu lassen. Nach seiner Rückkehr ließ er dann das Bild anfertigen. Doch er behielt es bei sich. Damit aber war sein Versprechen nicht erfüllt. er wurde von "einer gefährlichen Krankheit befallen...nächtlicher Weil, da der Kranke schlummerte, fiel dieses nach Wolfsthal versprochen Bild Mariens von dem breiten Tisch worauf s gestanden, recht verwunderlich von freien Stücken auf den Zimmerboden, ganz unverletzt, aber mit einem solchen Schall, daß der Erkrankte und sein Wärter erwachten". Herr Goßtony erkannte, daß seine einzige Verehrung dieses Bildes nicht genug wäre, sondern, daß Maria durch diese Anzeige vordeute, sie wolle dieses Bild von mehreren geehret, von ihm aber sein vor langer Zeit gemachtes Versprechen vollzogen und ihr Bild an dem vorgedachten Birnbaum aufgemacht haben. Durch seinen Freund, den Edlen, Caspar Babos und dem Dreißigst-Schreiber Matthias Korbics ließ er das Bild nach Wolfsthal bringen und auf dem hart an der Donau stehenden Birnbaum aufhängen, um das Jahr 1710. Hierauf genas er von seiner Krankheit.

  Das Gnadenbild stellt Maria, die jungfräuliche Mutter dar, die das Jesuskind, die göttliche Barmherzigkeit selbst, mit ausgestreckten Händen und freundlichem Mund gleichsam Barmherzigkeit anbietend , im Schloß hält und den Menschen zeigt.

Die öffentliche Verehrung setzte bereits 1737 ein..."da in umliegenden Ortschaften manche mit kaltem, manche mit hitzigem Fieber behaftete Menschen ein starkes Vertrauen zu diesem Bildnis verspüret und gefasset, kräftig vorgenommen haben, daß, wenn sie von ihrer Krankheit bald geheilet oder aufgestanden sein, wie zu diesem Birnbaum gehen und Gott und seiner Mutter Dank abstatten wollen...". Im selben Jahr ging noch die Schiffsbrücke über die Donau, auf der sich über 400 Personen befanden, unter. 50 Personen ertranken. Maria erhörte das Flehen der bedrängten. Sie wurden aus höchster Todesgefahr errettet. Darauf wurde der Zustrom zum Gnadenbild noch größer.

Am 10. Dezember 1737 verfügte der Erzbischof von Wien, Kard. Sigismund Graf Kollonitsch die Übertragung des Gnadenbildes in die Kirche zu Wolfsthal , wo es an einer Seitenwand gegen den Chor als "gemeines und nicht als ein sonderbares Bild" aufhängen. Am 12. März 1738 erlaubte dann der Erzbischof, daß das Bild auf einem Seitenaltar aufgestellt wurde.

Die alte Kirche erwies sich für die vielen Wallfahrer bald als zu klein. So wurden zwei Seitenflügel in Kreuzesform angebaut. Somit ist die Kirche mehr breit als lang. Dieser Zubau geschah in den Jahren 1744-1749 und wurde größtenteils mit den Gaben der Wallfahrer bestritten. Die Kuppel der Kirche ist als al fresco ausgemalt von Josef Kinner (geb. in Preßburg, gestorben in Wien). Der Hochaltar ist ein Geschenk des Fürstprimas Emmerich Graf Eßterhaszy von Galantha, der oft nach Wolfsthal kam. Auf diesen Hochaltar wurde am 13. Juni 1749 das Gnadenbild übertragen.

Bis 1749 waren es 40 Ortschaften, von denen aus Prozessionen nach Wolfsthal gingen. Die Zahl der Kommunionen betrug jährlich 30.000, vom Beichtzustrom ganz zu schweigen...

Im Jahre 1742 kam ein Benefiziat, Johann Adam Neumayer nach Wolfsthal, dem wegen der Menge der Wallfahrer 1747 ein Kooperator, Johann Paul Dauner, beigegeben wurde. 

Am 20. Februar 1783 wurde Wolfsthal zur Pfarre erhoben.

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